[Do-it!] Datensicherung einrichten und Wiederherstellung regelmäßig testen

Erfahren Sie, wie Sie eine zuverlässige Datensicherung einrichten und die Wiederherstellung regelmäßig testen.

Dieser Artikel zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte, um eine zuverlässige Datensicherung einzurichten und regelmäßig zu überprüfen – ohne unnötige Theorie, Schritt für Schritt und überprüfbar.

⏱ Zeitaufwand

1-2 Tage

🟢 Schwierigkeit

Mittel

⭐ Sicherheitsgewinn

Hoch

Aktualisiert:

· Geprüft nach BSI, NIST, CISA, Microsoft Learn · Lesezeit:

7 Minuten

Das erreichen Sie am Ende

  1. ✅ Wichtige Unternehmensdaten werden regelmäßig gesichert.
  2. ✅ Die Sicherungen befinden sich auf einem getrennten Speicher.
  3. ✅ Die Wiederherstellung wurde erfolgreich getestet.
  4. ✅ Backup-Jobs werden regelmäßig kontrolliert
  5. ✅ Verantwortlichkeiten sind dokumentiert.

Warum Backup wichtig ist

Ein Backup verhindert keinen Cyberangriff – sorgt aber dafür, dass Ihr Unternehmen nach einem Hardwaredefekt, Ransomware-Angriff oder versehentlich gelöschten Daten schnell wieder arbeitsfähig wird.

Eine bewährte Orientierung bietet die 3-2-1-Regel:

  • 3 Kopien Ihrer Daten
  • 2 unterschiedliche Speichermedien
  • 1 Kopie außerhalb des Unternehmens oder offline

Dadurch sinkt das Risiko erheblich, dass alle Sicherungen gleichzeitig verloren gehen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur, dass Backups erstellt werden. Erst wenn sich Daten erfolgreich wiederherstellen lassen, erfüllt eine Datensicherung ihren eigentlichen Zweck.

Wichtig: Eine Datensicherung ersetzt keine Festplattenverschlüsselung. Ebenso ersetzt eine Festplattenverschlüsselung kein Backup. Beide Maßnahmen ergänzen sich und schützen vor unterschiedlichen Risiken.

Voraussetzungen und Vorbereitung

Vor Beginn sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

VoraussetzungBeschreibung
AdministratorrechteFür die Einrichtung der Datensicherung erforderlich
Backup-SpeicherNAS, Cloud oder externer Datenträger
Übersicht der UnternehmensdatenWelche Daten müssen gesichert werden?
Ausreichend SpeicherplatzFür aktuelle und zukünftige Sicherungen

5. Mögliche Risiken der Maßnahme – und wie Sie sie vermeiden

RisikoMitigationsmaßnahme
Backup schlägt unbemerkt fehlBackup-Protokolle regelmäßig prüfen
Backup liegt auf demselben SystemGetrennten Speicher oder Cloud verwenden
Wiederherstellung wurde nie getestetMindestens einmal jährlich Test-Restore durchführen
Zu viele Daten werden gesichertNur geschäftsrelevante Daten auswählen
Speicherplatz läuft vollBackup-Speicher regelmäßig überwachen

Backups richtig einrichten

Ziel: Am Ende dieses Abschnitts werden Ihre wichtigsten Unternehmensdaten automatisch gesichert, die Wiederherstellung wurde erfolgreich getestet und die Datensicherung ist als regelmäßiger Prozess etabliert.

1. Zu sichernde Daten festlegen

Ziel

Festlegen, welche Daten für den Geschäftsbetrieb unverzichtbar sind und deshalb regelmäßig gesichert werden müssen.

Durchführung

Beginnen Sie nicht damit, möglichst viele Daten zu sichern, sondern konzentrieren Sie sich zunächst auf die Informationen, deren Verlust den Geschäftsbetrieb unmittelbar beeinträchtigen würde.

Berücksichtigen Sie insbesondere:

  • Kundendaten
  • Buchhaltungs- und Finanzdaten
  • Geschäfts- und Vertragsdokumente
  • Projektdaten
  • Benutzerprofile
  • Konfigurationen wichtiger Systeme und Anwendungen

Fragen Sie sich bei jedem Datenbestand:

Könnten wir ohne diese Daten morgen weiterarbeiten?

Lautet die Antwort Nein, sollte dieser Datenbestand in die Datensicherung aufgenommen werden.

Nicht jede Datei muss gesichert werden. Große, leicht wiederbeschaffbare Dateien – beispielsweise Installationsdateien, temporäre Dateien oder heruntergeladene Software – verursachen häufig nur zusätzlichen Speicherbedarf und verlängern die Sicherungsdauer.

PenForSec-Tipp: Starten Sie lieber mit einem kleinen, zuverlässigen Backup der wichtigsten Unternehmensdaten als mit einer komplexen Datensicherung, die nie vollständig eingerichtet oder regelmäßig kontrolliert wird. Sie können den Sicherungsumfang später jederzeit erweitern.

Kontrolle

  • Alle geschäftskritischen Daten wurden identifiziert.
  • Der Sicherungsumfang ist dokumentiert.
  • Es ist nachvollziehbar, warum einzelne Daten gesichert oder bewusst ausgeschlossen wurden

Typische Fehler

❌ Es wird versucht, sämtliche Daten zu sichern, obwohl viele davon für den Geschäftsbetrieb nicht relevant sind.
❌ Wichtige Anwendungsdaten oder Konfigurationen werden vergessen.
❌ Der Sicherungsumfang wächst unkontrolliert und führt zu langen Sicherungszeiten oder unnötig hohem Speicherverbrauch.

2. Backup-Ziel auswählen

Ziel

Einen sicheren Speicherort für Ihre Datensicherungen festlegen.

Durchführung

Wählen Sie einen Backup-Speicher, der vom produktiven System getrennt ist. Geeignete Möglichkeiten sind beispielsweise:

  • NAS
  • externer Datenträger
  • Cloud-Backup


Kombination mehrerer Speicherorte
Orientieren Sie sich dabei an der bewährten 3-2-1-Regel:

  • 3 Kopien Ihrer Daten
  • 2 unterschiedliche Speichermedien
  • 1 Kopie außerhalb des Unternehmens oder offline


Dadurch bleibt im Schadensfall – beispielsweise bei Ransomware, einem Hardwaredefekt oder einem Brand – mindestens eine Sicherung erhalten.


PenForSec-Tipp: Müssen Sie klein anfangen, priorisieren Sie zunächst eine automatische Datensicherung auf einen getrennten Speicher. Ergänzen Sie anschließend eine zweite Sicherung außerhalb Ihres Unternehmens oder offline. So verbessern Sie Ihr Sicherheitsniveau Schritt für Schritt.

Kontrolle

  • Das Backup wird auf einem separaten Speichermedium gespeichert.
  • Mindestens eine Sicherung befindet sich außerhalb des produktiven Systems.

Typische Fehler

❌ Backup und Originaldaten liegen auf demselben Gerät.
❌ Das NAS ist dauerhaft beschreibbar und dadurch ebenfalls von Ransomware betroffen.
❌ Es existiert nur eine einzige Sicherung.

3. Automatische Datensicherung einrichten

Ziel

Regelmäßige Datensicherungen ohne manuelle Eingriffe durchführen.

Durchführung

Richten Sie einen automatischen Sicherungsplan ein.

Legen Sie dabei fest:

  • welche Daten gesichert werden,
  • wann die Sicherung erfolgt,
  • wie lange Sicherungen aufbewahrt werden,
  • ob Benachrichtigungen bei Fehlern versendet werden.

Automatische Sicherungen sind deutlich zuverlässiger als manuell gestartete Backups.

Kontrolle

  • Die erste automatische Sicherung wurde erfolgreich abgeschlossen.
  • Der Zeitplan ist aktiv.

Typische Fehler

❌ Backups werden ausschließlich manuell gestartet.
❌ Fehlerbenachrichtigungen sind deaktiviert.

4. Wiederherstellung testen

Ziel

Sicherstellen, dass sich Daten im Notfall tatsächlich wiederherstellen lassen.

Durchführung

Führen Sie eine Test-Wiederherstellung durch.

Prüfen Sie dabei:

  • Vollständigkeit der Daten
  • Lesbarkeit der Dateien
  • Wiederherstellungsdauer
  • Zugriffsberechtigungen

Ein Backup gilt erst dann als zuverlässig, wenn die Wiederherstellung erfolgreich getestet.

Kontrolle

  • Dateien konnten erfolgreich wiederhergestellt werden.
  • Die Daten sind vollständig und nutzbar.

Typische Fehler

❌ Es wird nur geprüft, ob Backups erstellt wurden.
❌ Eine Wiederherstellung wurde noch nie getestet.

5. Regelmäßige Kontrolle etablieren

Ziel

Die Datensicherung dauerhaft zuverlässig betreiben.

Durchführung

Legen Sie feste Prüftermine fest.

Kontrollieren Sie regelmäßig:

  • Backup-Protokolle
  • Fehlermeldungen
  • Speicherplatz
  • erfolgreiche Sicherungen
  • Test-Wiederherstellungen

Dokumentieren Sie Auffälligkeiten und beheben Sie Fehler zeitnah.

Kontrolle

  • Die Datensicherung wird regelmäßig überwacht.
  • Verantwortlichkeiten sind festgelegt.

Typische Fehler

❌ Fehlerhafte Sicherungen bleiben über längere Zeit unbemerkt.
❌ Es ist nicht festgelegt, wer die Datensicherung kontrolliert.

Praxistipp von PEN·for·SEC zu Backups

Ein Backup ist erst dann erfolgreich, wenn die Wiederherstellung funktioniert. Viele Unternehmen stellen erst im Notfall fest, dass ihre Sicherungen unvollständig oder beschädigt sind. Planen Sie deshalb mindestens einmal jährlich eine Test-Wiederherstellung ein. Bei besonders kritischen Systemen oder häufigen Änderungen können kürzere Prüfintervalle sinnvoll sein.

Priorisieren Sie einfache, zuverlässige Lösungen. Eine automatisierte Datensicherung, die täglich erfolgreich läuft, bietet einen deutlich höheren Schutz als ein komplexes Backup-Konzept, das im Alltag nicht konsequent umgesetzt wird. Genau dieser pragmatische Ansatz entspricht der PEN·for·SEC-Philosophie: Sicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen – statt sie nur zu planen.

[Check-it]

Arbeitsmaterial zu dieser Maßnahme

Setzen Sie die Sicherheitsmaßnahme mit unserer kostenlosen Checkliste Schritt für Schritt um und dokumentieren Sie die Umsetzung nachvollziehbar – als Nachweis gegenüber Dritten.

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FAQ – Häufige Probleme

Zeitplan oder Dienst ist fehlerhaft: Backup-Aufgabe und Protokolle prüfen.

Falsche Ordner oder Systeme ausgewählt: Sicherungsumfang überprüfen und anpassen.

Backup-Speicher ist voll: Speicher erweitern oder Aufbewahrungsregeln anpassen.

Backup wurde nie getestet oder ist beschädigt: Test-Restore durchführen und Backup-Konfiguration überprüfen.

➡️ Nächste Schritt:
Herzlichen Glückwunsch! Mit den sechs Quick Wins haben Sie die wichtigsten technischen Grundlagen geschaffen, um typische IT-Sicherheitsrisiken in Ihrem Unternehmen deutlich zu reduzieren.

Doch ein nachhaltiges Sicherheitsniveau entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch einen strukturierten und kontinuierlichen Aufbau Ihres Sicherheitsfundaments.

Der nächste Schritt ist daher die PEN·for·SEC-Roadmap.

Sie führt Sie Schritt für Schritt durch weitere wichtige Sicherheitsmaßnahmen – von der sicheren Standardkonfiguration Ihrer Microsoft-365-Umgebung über die Absicherung sensibler Unternehmensdaten bis hin zur Protokollierung sicherheitsrelevanter Ereignisse und dem Aufbau eines kontinuierlichen Sicherheitsprozesses.

So entwickeln Sie Ihre IT-Sicherheit systematisch weiter und orientieren sich an bewährten Sicherheitsstandards – nachvollziehbar, praxisnah und mit klaren Prioritäten.

Sie wollen nicht bei dieser Maßnahme stehen bleiben?

Diese Maßnahme ist ein Baustein. Die PEN·for·SEC-Roadmap führt Sie Schritt für Schritt durch das ganze IT-Sicherheitsfundament – mit Plan, Leitfäden, Vorlagen und Nachweisen.

Quellen & Literatur

Die folgenden Quellen bilden die fachliche Grundlage für diesen Artikel:

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